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Beyond the like #6: Die eine Zielgruppe, die wir gerade als Sozialunternehmen vergessen

Marziplan · September 2026

Ich muss dir was gestehen: Ich möchte wirklich nur noch mit Impact-Organisationen arbeiten. Aber manchmal kommt ein kommerzielles Unternehmen mit etwas um die Ecke, was mich fasziniert - so auch vor drei Wochen. Da erreicht mich eine ganz fantastische Mail (hier)!

Darin stimmte einfach alles: Vollautomatisiert, salesy und natürlich auch mit Unterschrift des CEOs, der das Ding safe niemals gelesen hat. GEIL! Die Mail und das dahinterliegende Thema hat mich seitdem eingenommen. Es geht um Generative Engine Optimization, kurz GEO.

Falls dich das Thema bislang auch eher genervt hat: fühl' ich! Das soll sich in diesem Newsletter ändern. Inwiefern wir auf LinkedIn schon täglich damit in Berührung sind, wie du GEO schon jetzt mit einfachen Mitteln mitdenken kannst und wie relevant das Thema für den Impact-Sektor ist, liest du in dieser Ausgabe!

Kaufentscheidungen & SEO damals

Wollte ich früher etwas kaufen, lief das ungefähr so: Begriff googeln, zig Links öffnen, Webseiten anschauen, Bewertungen lesen und dann irgendwie entscheiden. Wer als Unternehmen mitspielen wollte, hat SEO gemacht, die eigene Website aufgehübscht und gehofft, ganz oben in der Suche zu landen.

👉 Gefühlt Dadjoke des Jahres 2012 war "Wenn du eine Leiche verstecken willst, vergrabe sie auf Seite 2 der Google-Suchergebnisse".

Kontrolle hatte man vor allem über den eigenen Kanal (owned content). SEO-Superlative war dann, dass möglichst viele (wichtige) Seiten auf die eigene Website verweisen. Schon absurd, oder? Das Game war: Keywords ausarbeiten, lange Texte auf jede Seite ballern, Meta-Tags und robots.txt fresh halten 🫠 Das Krasse: es hat funktioniert und man tauchte oben auf!

Wusstest du: Amazon heißt so, damit sie in der alphabetischen Liste oben auftauchen! Produkte werden mit 98 Cent-Endung aus genau dem gleichen Grund verkauft. Hach... damals! Heute ist alles so viel komplizierter! Die Auswahl wird größer, die Entscheidung komplexer und als Company darauf Einfluss nehmen ist auch passé, oder? ❌ Falsch!

Es ist tatsächlich recht erstaunlich, was wir gerade beobachten dürfen und was alles möglich ist und bleibt. Dazu habe ich mal zwei gefragt, die wirklich Ahnung haben!

Kaufentscheidungen heute

Ob du Glasflaschen, Carbon Credits oder auch Impact-Beratung verkaufst: Wie Menschen zu dir finden und eine Entscheidung für/gegen dich treffen, hat sich massiv gewandelt! Wie sehr, haben mir Faton Berisha und David Scherer mitgegeben:

Die Customer Journey besteht aus nur noch drei Schritten: KI fragen, Empfehlungen lesen und Entscheidungen treffen 😶 Laut der beiden kaufen 82 % der Menschen in Deutschland so ein. David sagt dazu:

LLMs stellen den Prozess, Kaufentscheidungen zu treffen, komplett auf den Kopf. Entweder sie pushen die Entscheidung eurer potenziellen Kunden stark in eure Richtung – oder sie entscheiden einfach, dass ihr gar nicht erst zur Auswahl steht.

Um das noch mal etwas drastischer zu formulieren:

Eine Studie von 6sense fand letztes Jahr etwas Interessantes heraus: Den klassischen Vertriebskontakt gibt es zwar noch, aber der Ablauf hat sich gewandelt. Menschen sprechen nicht erst mit 5 Anbietern und erstellen dann eine Shortlist. Lt. der Studie starten bereits 94% der betrachteten Gruppen mit einer Rangliste in den Austausch. Heftig daran:

In 80% der Fälle gewinnt der vorher festgelegte erste Platz. Mit anderen Worten: Menschen nutzen KI, um eine Shortlist zu erstellen, schauen sich dann die Anbieter an und in 4 von 5 Fällen wird es Platz 1. Die Frage ist dann doch, wer eigentlich entscheidet! 🤔 Wir oder die KI?

Weil dich das ganz direkt betrifft, hier zwei Hausaufgaben:

  • ✅ Frage mal die KI deiner Wahl (Gemini, Claude o.ä.) nach deinem Unternehmen! Wie beschreibt sie euch? Trifft sie exakt euer Angebot und eure Identität? Faton und David haben hierfür auch ein Tool gebaut (Link)
  • ✅ Stelle jetzt die Frage aus Sicht deines Idealkunden: "Welche Unternehmen kennst du in [Stadt/Region], die mein Sozialunternehmen mit [eure Tätigkeit] supporten?"

Na? Happy mit dem Ergebnis? Ich war es nicht! Und deswegen habe ich die beiden gefragt, was man jetzt am besten macht!

Wie Unternehmen jetzt aktiv werden (müssen)

Halten wir fest: Wenn mehr als 80% der Deutschen die KI fragen, welches Angebot am besten passt, müssen wir aktiv werden! Auf meine Frage, was nun der wichtigste erste Schritt ist, antworteten die beiden uni-sono: Wir müssen die KI als Zielgruppe begreifen und mitdenken!

Die KI liest Bücher, Zeitschriften und Blogs, schaut YouTube, kennt Diskussionen auf Reddit und Inhalte auf LinkedIn. Und genau wie Menschen glaubt sie nicht einfach alles, was eine Marke auf ihrer eigenen Website über sich behauptet. Sie zieht viele unterschiedliche Quellen heran und bildet daraus ein Bild der Marke.

Gerne möchte ich das etwas konkreter machen:

Die KI mitzudenken bedeutet, zunächst zu schauen, was sie überhaupt schon über euch weiß. Unter dem Stichwort Visibility steht eine erste und dann wiederholende Prüfung, was die KI über euch weiß und wie sich das verändert. Faton und David machen das sehr datengestützt. Ein Test wie oben ist oft auch schon sehr aufschlussreich.

Readability war für mich DAS Stichwort! Die dahinterliegende Frage ist nicht nur, ob die KI eure Inhalte überhaupt lesen und verstehen kann, sondern auch, wie ihr Inhalte zukünftig erstellt. Formate wie Vergleiche, How tos, Best-of Listen bedienen die KI-Logik. Fast schon schön finde ich hier, dass die KI klar und fokussiert ist: auf Inhalte, Aussagen, Zahlen, Fakten! Sie lässt sich nicht von Marketing-Bla bla blenden. Die Arbeit könnt ihr euch daher sparen =)

Und dem dritten Punkt, Credibility, schenken wir den nächsten Abschnitt! Denn eine Sache habe ich euch noch nicht verraten: Unsere eigene Webseite beeinflusst die GEO-Sichtbarkeit nur zu 15%. Ganze 85% liegen bei den unabhängigen Quellen und Signalen wie LinkedIn!

Die Rolle von LinkedIn

Schon im Januar diesen Jahres macht LinkedIn in einem Artikel (Link) klar: sie wissen um ihre Rolle! LinkedIn weiß, dass KI-Suchmaschinen Käufe beeinflussen. Und auch, dass LinkedIn diese Entscheidungen beeinflusst. Und das Ziel der Plattform ist klar:

We are moving away from "search, click, website" thinking toward a new model: Be seen, be mentioned, be considered, be chosen.

Semrush und LinkedIn werteten im März 2026 insgesamt 325.000 Prompts auf ChatGPT, Google AI Mode und Perplexity aus. Über alle drei Plattformen hinweg ist LinkedIn die am zweithäufigsten zitierte Domain – noch vor Wikipedia und YouTube! Spannend, oder? Weil du aber hier bist, um etwas mitzunehmen, hier meine Tipps:

  • Long-Form regelt! Schreibt lange Posts oder Artikel, Leute! Je nach Plattform machen sie 50-66% der zitierten URLs aus. Aber:
  • Eine Meltwater-Analyse zeigt: 48% der zitierten LinkedIn-Inhalte wurden innerhalb der letzten drei Monate veröffentlicht. Es gilt also auch, dranzubleiben!
  • Rund 75% der zitierten Autor:innen posten >5 Posts/Monat, wobei natürlich Qualität und Relevanz gleich bleiben müssen
  • Der Median der zitierten LinkedIn-Posts hat gerade einmal 15–25 Reaktionen. Nahezu jeder Post schafft es schnell, diesen Wert zu erreichen.
  • Eine klare Hausaufgabe: Die Info in deinem Profil liest niemand (menschliches). Hier schreibst du komplett für die KI, also platziere Keywords, erkläre dein Wirken und deinen Wert. Zeige der KI, warum sie gerade dich anzeigen sollte!

Zu guter Letzt, weil ich in diesem Newsletter den LinkedIn-Algo für die Impact-Bubble übersetze, möchte ich auch ganz ehrlich mit dir sein:

❌ Die Realität ist, dass Social Leader keine Zeit haben um Posts zu schreiben. Nachdem du diesen Newsletter gelesen hast, wirst du von nun an keine Zeit haben, Artikel zu schreiben. Der echte Hebel ist es, Kommunikation neu zu denken! Wann immer du dich ohnehin lange mit einem Thema auseinandersetzt (Präsentation, Buch, Vortrag, ...) solltest du es auch direkt in einen LinkedIn-Artikel verwursten.

❌ 85% der GEO-Power liegt darin, was andere (Seiten) über dich sagen. Wie in good-ol-SEO-times gilt immer noch: Rufe zu Bewertungen auf, werde zitiert, veröffentliche Artikel bei anderen und lass auf dich verlinken. Werde genannt, statt dich überall selbst zu loben ;)

Um genau diesen Raum jetzt anderen zu geben, hier meine Lieblingscategorie (badum-tzz):

Fundstücke der Woche

Mit noch mehr Liebe und Wertschätzung als sonst habe ich hier coole Posts für dich zusammengetragen. Denn wer immer davon spricht, Social Leader sichtbar zu machen, kann das auch so tun:

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